Wechsel auf dem Chefsessel
Zum 1. Dezember löst Harald Wilhelm Reinhard Brey als Leiter des Fachbereichs Allgemeine Innere Verwaltung ab. Staatssekretär Gerhard Eck kommt zu Verabschiedung und Amtseinführung.
Von Thomas Schuberth-Roth
Hof - Diese Zahlen sprechen für sich: Im Studiengang Innere Verwaltung haben in den vergangenen zehn Jahren knapp 4.000 Inspektorinnen und Inspektoren ihr Diplom erhalten, weitere fast 400 waren es in der Verwaltungsinformatik. Parallel dazu hat der Hofer Zweig der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern im selben Zeitraum fast 40.000 bayerische Verwaltungsbeamtinnen und Verwaltungsbeamte aus allen Ministerien in 2.700 Seminaren fortgebildet.
Ein Name ist mit dieser Zeit eng verknüpft: Reinhard Brey. Seit 1. Mai 2001 war er der Fachbereichsleiter an der Hofer Verwaltungs-Hochschule. Gestern Nachmittag hat Staatssekretär Gerhard Eck vom bayerischen Ministerium des Innern den 65-Jährigen in den Ruhestand verabschiedet. Eck lobte Brey: "Als Leiter haben Sie den Fachbereich Allgemeine Innere Verwaltung verantwortungsbewusst geführt und - zusammen mit gut 50 Kolleginnen und Kollegen - geprägt."
Zum Festakt in der Turnhalle auf dem Campus der Verwaltungs-Hochschule waren mehr als 150 Gäste gekommen - Vertreter aus Finanz- und Innenministerium, aus Justiz, Verwaltung, Schulen und Wirtschaft sowie Bürgermeister, Landräte und Behördenleiter. Vor ihnen erinnerte der Staatssekretär an die größte Leistung Breys: Zusammen mit dem Innenministerium habe er den Fachbereich inhaltlich und mit Augenmaß an die neuen Anforderungen herangeführt. "Ergebnis war eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung, die erstmals eine Diplomarbeit zum Prüfungsinhalt hatte." Diese Ausbildungs- und Prüfungsordnung würde heute noch gelten - wenn nicht die Dienstrechtsreform ihre Überarbeitung erfordert hätte. Eck lobte Brey als "dienstlich sehr aktive und produktive Persönlichkeit".
Reinhard Brey selbst freute sich über so viel Lob, gab es aber gleich an seine Kollegen weiter. Der Oberpfälzer, der erst kürzlich 65. Geburtstag feierte, betonte in seinen Abschiedsworten, dass er "jeden Morgen gerne und in freudiger Erwartung ins Büro gegangen" sei. Beamtennachwuchs auszubilden sei vielfältig und spannend, sagte er.
Eine Warnung flocht er in seine Rede ein: Aus gutem Grund habe die bayerische Staatsregierung bisher "alle Vorstöße von nachbarlicher und politischer Seite zurückgewiesen, die eine Fusion der beiden Hofer Hochschulen forderten". Reinhard Brey: "Das würde sich auch finanziell nachteilig für Hof auswirken." Pro Jahr erwirtschafte die Verwaltungs-Hochschule "alles in allem etwa fünf Millionen Euro", merkte Brey an.
Der Neue ist schon 13 Jahre am Fachbereich
Staatssekretär Gerhard Eck stellte als Brey-Nachfolger Harald Wilhelm vor. Der gebürtige Bamberger hat in Bayreuth ein Jurastudium absolviert und war danach unter anderem am Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg, an der Regierung von Oberfranken und am Landratsamt in Lichtenfels tätig. Seit dem 1. Januar 2000 lehrt er am Fachbereich in Hof und ist Leiter der Abteilung "Prüfung und Fortbildung" einschließlich des Prüfungsamts, seit 1. Februar 2009 auch Weiterer Stellvertreter des Fachbereichsleiters. Mit Wirkung zum 1. Dezember 2011 ist Wilhelm nun zum Fachbereichsleiter bestellt und zugleich zum Direktor ernannt worden.
Wilhelm betonte in seiner Antrittsrede die strukturpolitische Bedeutung der Verwaltungs-Hochschule für die Region. Alle bisherigen Fachbereichsleiter haben laut Wilhelm für den Bestand und die Weiterentwicklung entscheidende Impulse gesetzt. Vom ursprünglich einzigen Standbein "Ausbildung" sei die Fortbildung der "Qualifizierungsoffensive II" als "weiteres Merkmal unserer hohen Qualität" dazugekommen. Seit zehn Jahren stünde neben dem nichttechnischen Verwaltungsdienst das Studium der Verwaltungsinformatik.
Durch die Dienstrechtsreform im Jahr 2010 habe sich die "strategische Position als Fachbereich grundlegend verändert". Als Herausforderung der Zukunft nannte er den "offenen Wettbewerb zu anderen Ausbildungsstellen".
Hofer Anzeiger vom 18. November 2011

