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Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern
Fachbereich Allgemeine Innere Verwaltung
- University of Applied Sciences for Public Administration and Legal Affairs in Bavaria -

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Menschenrechte: Kampf um Ideale und ihre Verwirklichung

Dr. Axel Herrmann referierte auf Einladung von Soroptimist International

 

HOF - „Die Würde der Frau ist antastbar“ war eine Veranstaltung überschrieben, zu der der Soroptimist International Club Hof vor kurzem eingeladen hatte. Dass der Titel in mehreren Vorankündigungen abgeändert wurde in „Die Würde der Frau ist unantastbar“ spricht für sich: Die Idee unveräußerlicher Menschenrechte hat in unserer Gesellschaft Wurzeln geschlagen. Wie vieles allerdings weltweit noch im Argen liegt und wie schutzlos gerade Frauen und Kinder millionenfacher Willkür, Ausbeutung und Benachteiligung ausgeliefert sind, erläuterte Dr. Axel Herrmann. In seinem Vortrag schilderte er die bittere Wirklichkeit in unserer globalisierten Welt und deren Widersprüche zu gefeierten Konventionen und wohlmeinenden Verlautbarungen.

Der Soroptimist Club Hof hatte zu der Veranstaltung über Menschenrechte in die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege eingeladen, um auf einen seiner eigenen Programmschwerpunkte aufmerksam zu machen. Die Vereinigung setzt sich mit Information, Aufklärung und gezielten Projekten vor allem für Frauen und Kinder ein – international genauso wie regional.

Mit dem Historiker Dr. Axel Herrmann hatte die Hofer SI-Präsidentin Dr. Hildegard Zeilinger einen versierten Referenten gewonnen, der bereits mehrere Fachbeiträge zum Thema veröffentlicht hat. Ausgehend von der Entstehung der Menschenrechte und der 1948 verabschiedeten Erklärung schlug er einen Bogen zur speziellen Lage von Kindern und Frauen bis hin zu den Möglichkeiten und Grenzen des Schutzes der Menschenrechte.

1979 und 1989 entstanden mit der Frauenrechts- und der Kinderrechtskonvention weitreichende Abkommen zum Schutz von Frauen und Kindern. Obwohl sie von nahezu allen Staaten ratifiziert wurden, besteht kein Grund zum Feiern: Etwa eine Milliarde Menschen leidet an Hunger und Mangelernährung, 300 Millionen Kinder müssen arbeiten, 250.000 erleben als Kindersoldaten die Schrecken des Krieges. Noch immer gibt es rund 12 Millionen Sklaven und unzählige Frauen und Mädchen, die nach einer Zwangsverheiratung in sklavenähnlicher Abhängigkeit gehalten werden.

Kinderarbeit wird vor allem mit Entwicklungsländern in Zusammenhang gebracht, wo sie in Fabriken, Handwerksbetrieben, Bordellen oder Plantagen bis zu 16 Stunden täglich hart arbeiten, um einen  Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten. „Grundbesitzer sparen sich die Kosten für den Ausbau mannshoher Stollen, wenn sie Kinder in die Bergwerke schicken. In kolumbianischen Bergwerken stößt man noch heute auf Verhältnisse, wie sie in deutschen Zechen im 19. Jahrhundert üblich waren“, nannte Dr. Axel Herrmann ein Beispiel. Doch auch in Europa, wo diese Frühphase der industriellen Revolution mit all ihren Härten überwunden schien, macht sich wieder Kinderarbeit breit, wenn auch illegal – in Spanien, Portugal oder Italien genauso wie in Osteuropa.

Die politische Mitsprache von Frauen und Männern hat noch lange keinen Gleichstand erreicht. Auch in Deutschland fällt das Zahlenverhältnis bei Ministerposten und anderen hohen Staatsämtern für Frauen noch ungünstig aus. Was das Geschlecht der Regierungsmitglieder angeht, herrscht weltweit nur in sehr wenigen Ländern Gleichstand. „Aktuell aber“, so Dr. Axel Herrmann, „fallen andere Formen der Diskriminierung noch stärker ins Gewicht – vor allem in Entwicklungsländern erhalten weibliche Familienmitglieder oft weniger zu essen und werden medizinisch schlechter versorgt.“ In Ägypten oder Indien dürften Frauen schon deswegen keinen Arzt aufsuchen, weil sie dazu das Haus verlassen und in Kontakt zu nicht mit ihnen verwandten Männern treten müssten.

Wie es weltweit künftig um Frauen- und Kinderrechte bestellt sein wird, entscheidet letztlich das Engagement aller Bürger vornehmlich demokratisch verfasster Zivilgesellschaften. Jeder könne sich dafür einsetzen, in dem er entsprechende Organisationen unterstütze. Auch mit Hilfe des Einkaufsverhaltens kann Druck ausgeübt werden. „Es behaupte keiner, er habe nicht die Möglichkeit, sich über Produkte illegaler Kinderarbeit zu informieren“, betonte der Referent.

Die rund 50 Gäste im Hörsaal ließen den Erkenntnissen am Ende der Veranstaltung Taten folgen und spendeten für ein Projekt zur Verhinderung von Frauen- und Kinderhandel in Moldawien.

 

www.soroptimist-clubhof.de